12
Okt

Etwas Musik gegen den grauen Flüchtlings-Alltag

No Tags | Allgemein · News 2015

Die Creative Arts Group verlegt ihre Probe in die Flüchtlingsunterkunft in der Uni-Sporthalle und musiziert mit Geflüchteten.

Die Orchesterprobe der Creative Arts Group bringt am Samstag Abwechslung für die Bewohner der Uni-Sporthalle.

Foto: Melanie Zanin, Westdeutsche Zeitung

 

Die Orchesterprobe der Creative Arts Group bringt am Samstag Abwechslung für die Bewohner der Uni-Sporthalle.

Düsseldorf. Die Tage sind lang und eintönig für Nawar al-Jarah. Der 18-jährige Iraker ist vor etwa drei Monaten in Düsseldorf angekommen. Er lebt in der Notunterkunft am Uni-Sportpark der Heinrich-Heine-Universität. Zu tun gibt es dort nicht viel. Nawar liebt Musik. Am liebsten spielt er Gitarre. Das konnte er am vergangenen Samstag sogar direkt in seiner Unterkunft mit den Musikern der Musical-Gruppe Creative Arts Group (CAG) tun.

Das rund 30-köpfige Orchester der Gruppe hielt Samstagvormittag eine öffentliche Probe in der Gymnastikhalle im Uni-Sportpark ab, um den Geflüchteten, die dort leben, etwas Abwechslung zu bieten. Die Probe war auch offen für Menschen unter den Flüchtlingen, die selbst ein Instrument spielen können.

Auch ein paar der Geflüchteten trauen sich an die Instrumente

Im Moment wohnen am Uni-Sportpark 255 Menschen aus sieben verschiedenen Nationen. Darunter sind Familien aber auch Einzelpersonen wie Nawar. „Ich habe immer wieder gesehen, dass die Menschen hier die Musik brauchen“, sagt Sibylle Florin. Die DRK-Mitarbeiterin leitet die Flüchtlingsunterkunft. In ihrer Freizeit spielt die 24-jährige Sozialarbeiterin Cello im Orchester der CAG. Da die Musical-Gruppe sich auch in der Vergangenheit schon oft ehrenamtlich engagiert hat, hatte Florin die Idee, ihre Arbeit mit ihrem Hobby, der Musik, zu verbinden. „Musik ist international und das beste Kommunikationsmittel“, sagt sie. Oft sehe sie die Geflüchteten zwischendurch singen oder tanzen. Musik gehöre auch zu deren Leben.

Bei der Probe in der Gymnastikhalle kommen nach und nach mehr Bewohner dazu und lauschen dem Orchester. In dieser Probe spielt die Gruppe vor allem internationale Filmmusik. „Musik ist etwas, das alle Menschen können und das jeden irgendwie berührt“, sagt Florin.

Der Vormittag tut den Bewohnern der Sporthalle gut

In einer Spielpause trauen sich später auch einige der Zuhörer an die Instrumente und probieren, ein paar Töne zu spielen. Man merkt, dass der Vormittag mit den Musikern den Bewohnern der Uni-Sporthalle gut tut. Sie sind dankbar für jede Abwechslung.

Die Notunterkunft am Uni-Sportpark bietet Platz für 300 Personen. Momentan sind dort 255 Menschen untergebracht. Diese kommen aus sieben verschiedenen Ländern. Darunter sind sowohl Familien als auch einzelne Personen. In der Sporthalle sind für sie Zelte aufgestellt worden, die ein Mindestmaß an Privatsphäre gewähren sollen.

Auch Nawar freut sich über den Besuch der Musiker. In der Unterkunft wird es meistens ziemlich langweilig. Deswegen setzt er sich mit seiner Gitarre oft an den Rhein und vertreibt sich dort die Zeit alleine. Gemeinsam mit anderen zu musizieren, mache aber natürlich mehr Spaß.

Originalbeitrag auf der Seite der  Westdeutschen Zeitung

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